Das Fernheizwerk Neukölln zeigt Fotografien von Sabine Skott
Jeden Tag derselbe Blick und doch immer ein neues Bild: Die Fotoausstellung „Am Fenster der Sonnenallee“ zeigt 11 mal 11 Ansichten des Fernheizwerks Neukölln, fotografiert aus der immer gleichen Perspektive: dem Fenster der Künstlerin. Der Standpunkt bleibt unverändert. Was sich wandelt, sind Licht, Wetter, Fokus, Ausschnitt und Stimmung. So wird das Fernheizwerk zum stillen Protagonisten, zum ruhenden Pol in einem sich ständig verändernden Stadtraum – und der flüchtige Fensterblick zum sicheren Rahmen, der Halt im Ungeordneten bietet.
Seit mehr als 100 Jahren versorgt das Fernheizwerk Neukölln den Bezirk mit Wärme. Der markante Industriebau, entworfen vom damaligen Stadtbaurat und Architekten Reinhold Kiehl, prägt seit 1911 die Stadtsilhouette unweit der Sonnenallee und ist für viele
Neuköllner:innen ein vertrauter Orientierungspunkt.
Vernissage
Im Rahmen des Kunstfestivals 48 Stunden Neukölln laden wir Sie herzlich zur Ausstellungseröffnung in unsere Werkstattgaragen ein.
Freitag, 3. Juli 2026, 19 Uhr
Fernheizwerk Neukölln AG
Thiemannstr. 36
12059 Berlin
Begrüßung: Harald Flügel, Technischer Vorstand, Fernheizwerk Neukölln AG
Einführende Gedanken: Prof. Joseph Hoppe, Leiter des Berliner Zentrums Industriekultur (bzi)
Öffnungszeiten
Samstag, 4. Juli 2026, 15 – 21 Uhr
Führungen durch die Fotografin um 16 Uhr und 18 Uhr
Sonntag, 5. Juli 2026, 15 – 18 Uhr
Führung durch die Fotografin um 16 Uhr
Ausstellungskonzept
Die Ausstellung geht der Frage nach, was ein Gebäude auslösen kann, wenn es über lange Zeit zum vertrauten Gegenüber wird. Kann Industriearchitektur Halt geben? Kann ein äußerer Orientierungspunkt innere Ordnung schaffen? Und wie verändert sich ein
Ort, wenn man ihn nicht nur betrachtet, sondern betritt?
Die Fotografien zeigen einen Außenraum aus der Distanz – und kehren für diese Ausstellung an ihren Ursprung zurück: ins Innere des Fernheizwerks Neukölln. Präsentiert in der rauen Atmosphäre einer Werkstattgarage entsteht ein poetischer Dialog zwischen Bild
und Ort. Außen und Innen, Beobachtung und Erfahrung, Stadtbild und persönlicher Blick beginnen miteinander zu verschmelzen und machen das Festivalmotto OUT/SIDE/IN von 48 Stunden Neukölln auf besondere Weise erfahrbar.
Ergänzt wird die Ausstellung durch historische Exponate, die weitere Perspektiven auf das Fernheizwerk Neukölln eröffnen – als Industriedenkmal, Arbeitsstätte und lebendigen Teil der Neuköllner Nachbarschaft.





Über die Fotografin

*Sabine Skott (1979, Berlin)
Sabine Skott ist in Berlin zwischen Backsteinfassaden, Fabrikhallen und den Stahlkonstruktionen der Hochbahn aufgewachsen. Industriearchitektur gehörte für sie von Kindheit an zum Alltag – als Orientierungspunkt, Spielplatz und faszinierende Kulisse einer sich wandelnden Stadt.
Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte führten sie ihre beruflichen Stationen unter anderem nach Sibirien, an den Baikalsee, nach Bosnien, Moskau und St. Petersburg. In ihrer Arbeit an Kultur und Erinnerungsorten rückte die Fotografie immer stärker in den Mittelpunkt – als Medium der Dokumentation, der Kommunikation und des persönlichen Ausdrucks.
Ob im Ural oder in Neukölln: Industrieanlagen wurden für sie zu Konstanten in einer sich verändernden Welt. Schornsteine, Hallen und Türme markieren nicht nur Landschaften, sondern auch Erinnerungen, Identität und Orientierung. Seit ihrem Umzug an die Sonnenallee richtet sich ihr Blick täglich auf das Fernheizwerk Neukölln. Aus demselben Fenster fotografiert sie den markanten Bau immer wieder neu – bei wechselndem Licht,
unterschiedlichen Wetterlagen und aus veränderten Bildkompositionen. So wird das scheinbar Vertraute zum Experiment über Wahrnehmung und Wandel.
Instagram: @sabineberlin.de

FHW Special: Filmvorführung „Jung trifft alt im Harzer Kiez“
Die Fotoausstellung von Sabine Skott wird von einem Filmprojekt der Schüler:innen der Hans-Fallada-Schule begleitet. Beide verbindet der Blick auf das unmittelbare Lebensumfeld: hier der tägliche Fensterblick auf das Fernheizwerk, dort die filmische Entdeckung des Harzer Kiezes. Beide Projekte machen sichtbar, wie vertraute Orte durch neue Perspektiven eine andere Bedeutung gewinnen.
Im Rahmen der Ausstellung laden wir Sie herzlich zur Vorführung des Filmprojekts „Jung trifft Alt im Harzer Kiez“ in unserer Werkstattgarage ein.
Samstag, 4. Juli 2026, 19:00 Uhr
Im Filmprojekt „Jung trifft Alt im Harzer Kiez“ erkunden Kinder der Hans-Fallada-Schule ihre Nachbarschaft filmisch und begegnen Menschen verschiedener Generationen, darunter Katharina Katharina Rottmann von Endorphina Backkunst, die Pädagog:innen des ökologischen Spielplatzes Wilde Rübe, Mitarbeitende des Fernheizwerks Neukölln, Gernot Zessin vom Kubus-Zentrum, Michael Lind vom Nahkauf, die Politiker Jochen Biedermann und Martin Hikel vom Bezirksamt Neukölln sowie langjährige Bewohner:innen des Harzer Kiez. Mit großer Neugier und Offenheit entsteht ein berührendes Porträt des Harzer Kiezes, das Geschichten, Erinnerungen und Alltagsmomente miteinander verbindet.
Der Film zeigt, wie Gemeinschaft entsteht, wenn Menschen einander zuhören, und eröffnet – passend zum Festivalmotto OUT/SIDE/IN – neue Perspektiven auf das Verhältnis von Innen und Außen, Vergangenheit und Gegenwart sowie Jung und Alt.
Aus den Begegnungen zwischen Kindern und Erwachsenen entsteht ein vielstimmiges Porträt des Harzes Kiezes.
Ein lebendiger Blick auf Gemeinschaft, Teilhabe und Empowerment.


