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Erfolgreicher Abschluss des Projektes „Urbane Wärmewende“

Dreieinhalb Jahre Forschung und Dialog zur urbanen Wärmewende fanden am 19. November 2019 in Berlin ihren Höhepunkt. Das Forschungsprojekt „Urbane Wärmwende“, unter der Projektleitung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), stellte auf der Abschlussveranstaltung Szenarien für die Entwicklung der Wärmeversorgung in ausgewählten Quartieren und Stadtteilen Berlins sowie übergreifende Schlussfolgerungen und Empfehlungen vor. Dabei fokussierte das Projekt auf konkrete Reallabore in Berliner Bezirken und entwickelte und analysierte Transformationsszenarien gemeinsam mit Umsetzungsakteuren aus Wirtschaft und Verwaltung. Im Vordergrund standen die Themen Wärmewende im Quartier und Transformation der Fernwärme.

Fernwärme spielt in urbanen Räumen eine deutlich größere Rolle als im Bundesdurchschnitt – so auch in Berlin-Neukölln. Durch den politisch vereinbarten Kohleausstieg – bundesweit bis 2038, in Berlin bis 2030 – und den geplanten Ersatz durch gasbasierte Kraft-Wärme-Kopplung erfolgt in einem ersten Schritt ein deutlicher Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen. Die längerfristig angestrebte Klimaneutralität setzt aber voraus, dass ab 2050 zukünftig auch kein Erdgas mehr eingesetzt wird.

Konkret wurden im Fernwärmeversorgungsgebiet der Fernheizwerk Neukölln AG Potenziale an gewerblicher Abwärme, Abwasserwärme, Flusswasserwärme und Geothermie gefunden. Pilotanlagen, die beispielsweise Abwasserwärme durch einen Wärmetauscher und eine Groß-Wärmepumpe für Fernwärme nutzbar machen, sind ein nächster Meilenstein. Es bedarf technischer und wirtschaftlicher Untersuchungen. Zudem sind Strategien zur Förderungen und Risikoabsicherung für die Investition in die teils hoch investiven und risikoreichen Wärmeerzeugungsanlagen erforderlich. Die Diversifizierung der Wärmeerzeugung kann gleichzeitig die Resilienz erhöhen – eine weitere neue Anforderung, die im Zuge der Transformation zu beachten sein wird und die im Projekt in ersten Ansätzen mituntersucht wurde. Um den aufgezeigten Pfad zur CO2-Minderung der Fernwärme sicher einschlagen zu können, fehlen derzeit noch eindeutige Rahmenbedingungen. So lange die CO2-Preise allein noch keine Klimaneutralität sicher ermöglichen, sind andere Steuerungsformen zu entwickeln. So können gebäudeseitige Vorgaben wettbewerbsneutral sowohl eine klimaschonende Wärmeerzeugung als auch die Energieeffizienz der Gebäude unterstützen.

 

 

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Dr. Tobias Bachmann von der Fernheizwerk Neuköllln AG (2. v.l.) im Gespräch mit den Podiumsteilnehmern
Bildquelle: IFOK

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